Kunst zum Fühlen – gigantisches Herz auf Kunstmesse

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21 Juli 2017
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Riesige Installation begeistert Besucher auf der weltbekannten Kunstmesse ART BASEL

Gesamtkunstwerke wirken intensiver, da sie mehrere Sinne gleichzeitig ansprechen. Ein Kunstwerk das einen ganzen Raum füllt, ein Kunstwerk das zudem noch von aussen nach innen erlebbar ist, darf zu Recht als einzigartig eingestuft werden. So geschehen in Basel, während der Art Basel 17, bei der auch Bowers & Wilkins – und dies mit einem gewissen Stolz – einen Teil zum Gelingen beigetragen durfte.

BREATH ing HEART ist ein begehbares Herz mit 10 m Durchmesser der Berliner Künstlerin Johanna Keimeyer. Zahlreiche Besucher der größten internationalen Kunstmesse sahen innerhalb weniger Tage die ungewöhnliche Aktion für die Art Basel.

Keimeyer lud die Besucher ein, das atmende Herz zu betreten, sich im Inneren hinzulegen und dem eigenen Atem- und Herzrhythmus zu lauschen. Um das Kunstwerk herum schuf sie die Illusion eines erfahrbaren Körpers mit künstlichen Lungenbläschen, aderähnlichen Lichtinstallationen und räumlich wandernden Sounds aus Musik, Herzschlag, Atem und Duft.

Ort des Happenings war das historische Gewölbe eines Basler Wasserfilters.

„Die Installation soll den Weg ins eigene Innere begehbar machen“, so die Künstlerin. „Ich wollte den Menschen die Erfahrung geben, sich selbst zu spüren und mit sich auseinanderzusetzen.“

Nach der Art Basel sind weitere Stationen in Deutschland und in den USA geplant.

Das Herz in Zahlen

75 Kubikmeter, 70 Helfer, 250 kg Kunststoff, 7 Tage Aufbau, 12 Sponsoren.

Die Klangaura und Klangumsetzung

Es galt Klänge und Herzrhythmus entfalten zu lassen, dies im inneren des Herzes und in der umschliessenden Körperhülle, die eindrücklich durch die Kammern des ehemaligen Wasserfilters inszeniert wurde. Die Aufgabenstellung verliess den für uns gewohnten Rahmen eines traditionellen HiFi-Setups. Geblieben war der Anspruch eine feingliedrige subtile Klangaura zu schaffen, keine brachiale Pop-Rock-Stadion-Beschallung. Und dies in einem kleinen, runden und pulsierenden Raum, der wiederum von einem deutlich grösseren, gewölbeartigen Raum umschlossen wird. Im Weiteren sollte die Technik in den Hintergrund treten, noch besser sollte sich ins Kunstwerk eingliedern, unterordnen. Für Wahl des geeigneten Lautsprechermaterials mussten somit anspruchsvolle Kriterien an Klang und Optik erfüllt werden.

Die Umsetzung der Klangaura wurde mit Lautsprechern und Elektronik von der B&W Group (Schweiz) GmbH realisiert. Um das Herz herum wurden acht Outdoor Lautsprecher von Architettura Sonora und im Herzinnern acht M1 Lautsprecher und ein PV1D Subwoofer von Bowers & Wilkins eingesetzt. Den Part der Signalverarbeitung und –Verstärkung übernahmen Komponenten von Rotel und Classé Audio.

Die 360 Grand Rundstrahler von Architettura Sonora waren die ideale Besetzung für die Körperhülle. Diese aus Marmor, Terrakotta oder Beton gefertigten Aussenlautsprecher verschmolzen formlich mit dem sandigen Boden und den stilisierten Blutkörperchen. Die an und abschwellenden Singstimmen der achtkanaligen Komposition, die von Johanna Keimeyer zusammen mit den Berliner Klangstudio Kling, Klang, Klong geschaffen wurde, breiteten sich homogen, aber immer wieder aus wechselnden Richtungen im grossen Raum des Filter IV Gebäudes aus und sogen die Besucher kontinuierlich ins Zentrum des Kunstwerks.

Durch die Membrane, die symbolisierte Herzklappe gelangte man ins Innere des Herzens. Der beruhigende, ruhige Herzrhythmus, erzeugt vom Bowers & Wilkins Subwoofer, zog die Besucher automatisch in den Bann, umhüllt von der Klangaura, die über acht kleine, diskrete B&W M1 Lautsprecher im Raum zirkulierte.

Insgesamt sind 300m Lautsprecherkabel verlegt worden. Für die Ansteuerung der Lautsprecher sind der RSX-1562 AV-Receiver und die Multikanalendstufe RKB-850 von Rotel eingesetzt worden und als Vorverstärker für die Multikanalendstufe diente die Sigma SSP Vorstufe von Classé.

Über Johanna Keimeyer:

Johanna Keimeyer (geb. 1982) studierte Design und Digitale Medien an der Universität der Künste (UdK), Berlin, der Tama Art Universität Tokyo, der Rhode Island School of Design (RISD), USA und dem MIT Media Lab, Boston, USA. Nach Lampenkreationen aus Recycling Material setzt sie architektonische Highlights in emotionale Erfahrungen um mit Video, Licht, Duft und Sound als Multimediakünstlerin. Johanna Keimeyer’s Arbeiten sind in den Kunstsammlungen von Alexander von Vegesack (former Vitra Design Museum Director), Petch Osathanugrah (O Museum Bangkok), Hughes und Marie Taittinger (Champagner Brand Frankreich), Lucas Verweij (Design Autor) und weiteren vertreten. Sie arbeitete mit Ingo Maurer (lightdesign), Humberto und Fernando Campana (Möbeldesign, Brasilien), Bart Hess (design), Felix Kubin (Musiker) Sven Helbig (Komponist), Sevil Peach (Architekt), Jonah Bokaer (Choreographie) und für zwei Jahre arbeitet sie für Vitra Design. Johanna Keimeyer erlangte folgende Auszeichnungen: Faces of Design Award, (FoD, 2010), International Design Award (IDA, 2009).

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